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30 Jahre theater
VIEL LÄRM UM NICHTS

 
   

Premiere 27. Dezember 2014 | 20 Uhr

Ab 2. Januar bis 14. März
jeweils DO, FR, SA | 20 Uhr

Wölfe & Schafe
Eine bestialische Komödie
von
Alexander Nikolajewitsch Ostrowski

Trailer Wölfe & Schafe

MEROPA DAWYDNA MURSAWEZKAJA
Margrit Carls
APOLLON WIKTORYTSCH MURSAWEZKI
Alexander Wagner
GLAFIRA ALEXEJEWNA
Yasmin Ott
JEWLAMPIA NIKOLAJEWNA KUPAWINA
Anna Veit
WUKOL NAUMYTSCH TSCHUGUNOW
Andreas Seyferth
MICHAIL BORISSYTSCH LYNJAJEW
Hubert Bail
WASSILI IWANYTSCH BERKUTOW
Sebastian Kalhammer
KLAWDI GORJEZKI
Denis Fink

Regie
Andreas Seyferth
Künstlerische Mitarbeit
Sven Schöcker
Bühne
Peter Schultze
Kostüm
Johannes Schrödl
Lichtdesign
Jo Hübner
Klangdesign
Kai Taschner

"Das Lamm ist uns heilig.
Es wird nicht geopfert, sondern liegt auf dem Sofa
und sieht allen Unzulänglichkeiten zu..."

Hans-Dieter Hüsch


Die Alte (verarmter Adel, ledig, bigott, Spezialität Eheanbahnung)
und ihr Adlatus (Spezialität gefälschte Dokumente):
Zwei graue Wölfe in der russischen Provinz.
Jetzt gerade spekuliert die Alte - zur Sanierung der eigenen finanziellen Basis -
auf das Vermögen einer jungen Witwe (reiches schönes Schäfchen),
welches sie sich qua Verheiratung der jungen Dame mit ihrem Neffen
(versoffener Junghammel) unter den Nagel reißen will.
Und ist sie nicht willig, droht man mit Prozess und Ruin.
Außerdem im Spiel:
Die arme junge Verwandte mit dem Klosterzellentraum,
der reiche fette Nachbar mit der Bindungspanik,
noch ein Neffe (Meister der Minne und Kalligraphie);
und last not least der Besuch aus der Hauptstadt als Witwenretter:
verbindlich, glatt, mit allen Wassern gewaschen, ein Mann des großen Geldes:
der ultimative Wolf, Next Generation.
Als er sein Schäfchen ins Trockene gebracht hat,
sehen sich die Alte und ihr Handlanger
"haarscharf mit dem Leben davon gekommen":
Isegrim goes Flokati...
Nicht die einzige Überraschung in Ostrowskis Gehege!
Das alte System plumper Repression
weicht dem der elegant zeitgemäßen Manipulation:
Zum dezenten Triumphgeheul der neuen Leitwölfe (im Schafspelz)
schweigen die Lämmer und gehen shoppen.
Wir schreiben das Jahr 1875...


A. N. Ostrowski (1823 - 1886)
genannt "der russische Molière", auch "Kolumbus der russischen Kaufmannswelt", weil er die Bühne mit den ersten Kapitalisten bevölkert. Sohn eines Beamten, aufgewachsen im Kaufmannsviertel des alten Moskau. Besucht das Gymnasium, aber lieber das Moskauer "Kleine Theater", bricht ein Jurastudium ab, wird Kanzleibeamter an diversen Gerichten, wo er Feldstudien für seine künftigen Komödien betreibt. 1851 quittiert er den Staatsdienst, was seine finanzielle Lage nicht fördert, wohl aber seine Produktivität. 1874 gründet er die "Gesellschaft russischer dramatischer Schriftsteller und Opernkomponisten". 1886 wird er Chef des Repertoires der Moskauer Bühnen und Leiter der Theaterschule. Am 14. Juli des Jahres erliegt er einer Angina pectoris. Sein Werk umfasst 47 Komödien, Dramen und dramatische Chroniken, er übersetzt Shakespeare, Cervantes, Goldoni. Zunächst Anhänger der reaktionären nationalromantischen "Slawophilen", Freunden von Leibeigenschaft und Despotie, ändert eine Expedition in die Provinz seine Überzeugungen, er nähert sich den revolutionären Demokraten. Seine satirischen Komödien drehen sich um die Amoral der gesellschaftlichen Akteure, ob adlige Ab- oder bürgerliche Aufsteiger; Tendenzstücke lehnt er ab. Erfolglos bleibt sein Kampf gegen Zensur und die allgewaltigen Direktoren der zaristischen Theater.

"Einkünfte habe ich fast keine vom Theater, obgleich fast alle Theater in Russland von meinem Repertoire leben."
Ostrowski

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