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30 Jahre theater
VIEL LÄRM UM NICHTS

 
   

Premiere 13. April 2013 | 20 Uhr

Bis 29. Juni
jeweils DO, FR, SA | 20 Uhr

William Shakespeare
Das Leben
des Timon
(The Life of Timon of Athens)

Timon
Andreas Seyferth
Flavius
Astrid Polak
Kaufmann, Alter Mann, Alkibiades
Flaminius, Senator, Bandit
Daniel Pietzuch
Juwelier, Bote, Lucilius, Apemantus
Lord Lucius, Geldeintreiber
Sven Schöcker
Dichter, Lady, Lord Sempronius
Geldeintreiber, Senator, Phrynia, Bandit
Catalina Navarro Kirner
Maler, Lord Ventidius, Senator
Geldeintreiber, Timandra, Bandit
Alexander Wagner

Übersetzung + Regie
Margrit Carls
Regieassistenz
Nilgün Bakir
Körperspieltraining
Boris Ruge
Kostüm
Johannes Schrödl
Klang
Kai Taschner
Licht
Jo Hübner
Foto:
twinlili/pixelio.de, Margrit Carls
Fotomontage:
Martina Körner

- Was macht die Welt?
- Wird alt und latscht sich ab, Sir.

Da freut sich einer,
dass die Millionen, die er besaß
und mit vollen Händen für Party, Kunst und gute Werke
unters Volk (dessen bessere Kreise) brachte,
endlich futsch sind. Mehr als futsch: er steckt
- allen rechtzeitigen Warnungen seines Verwalters zum Trotz -
tief in der Kreide. Doch nun können ja die vormals Beschenkten,
die Genossen der gepflegten Gelage, beweisen, was sie wert sind…
Nichts, wie sich erweist. Wer einst in froher Erwartung
satter Renditen von Herzen gern und jederzeit Kredit gewährte,
gibt sich und seine Börse, wer hätte es gedacht,
schlagartig zugeknöpft!
Und Timon, der gute Mensch (ach was: Gott) von Athen,
der edle Menschenfreund, mutiert auf der Stelle
zu Timon, dem einsamen Menschenhasser.
Waidwund zieht er sich in Waldes Einsamkeit zurück,
Sturzbäche irrwitziger Verwünschungen ausschäumend,
rasend, hemmungslos im allumfassenden Vernichtungswahn.
Doch wie 's der Teufel will:
Seine Nahrungssuche führt ihn pfeilgrad zu Edelmetall;
abermals steht die Welt bei ihm auf der Matte (vor der Höhle);
einmal mehr bringt Timon den Mammon unter die Menschheit:
dieses Mal zweckgebunden…

Shakespeares Athen, das London meint,
strotzt von Schmeichlern, Heuchlern und Schmarotzern.
Geld ist die Währung für alles und alles ist Ware -
außer so 'Gedöns' wie Weisheit und Liebe: die sind Mangelware…
in Timons Welt…

>>> Die Spielfassung zum Vor- und Nachlesen


theater VIEL LÄRM UM NICHTS
ist Partner der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft:
"Shakespeares Bilanzen:
Frühjahrstagung 2013 in München"

"Zur Frühjahrstagung 2013, die vom 26. – 28. April in München stattfindet,
lädt die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft in Zusammenarbeit
mit dem Kulturreferat und dem Literaturhaus München sehr herzlich ein.
Unter dem aktuellen Thema "Geld und Macht: Shakespeares Bilanzen"
bietet sie wieder eine Vielzahl von Veranstaltungen, darunter
Vorträge, Workshops, Diskussionen, das Forum Shakespeare & Schule,
das Wissenschaftliche Seminar sowie natürlich aktuelle Inszenierungen
und Aufführungsgespräche; Partner hierfür sind das Residenztheater,
die Münchener Kammerspiele und das Theater "Viel Lärm um Nichts"
in der Pasinger Fabrik, das Timon von Athen zur Aufführung bringt.
Dieses selten gespielte Stück ist für unser Tagungsthema
von besonderem Belang: Kein anderer als Karl Marx
war zutiefst davon beeindruckt, wie "trefflich"
es das "Wesen des Geldes" erkunde, um auf diese Art
die "allgemeine Verwechslung und Verkehrung der Dinge" vorzuführen."
www.shakespeare-gesellschaft.de


"Die Herrschaft einer privilegierten Gesellschaft von Kaufleuten
ist wohl die schlimmste aller Regierungen für jedes Land.
Eine Gesellschaft von Kaufleuten ist offensichtlich unfähig,
sich als Landesherr zu begreifen. Selbst dann nicht,
wenn sie diese Aufgabe selbst wahrnehmen.
Sie betrachten nach wie vor den Handel
als ihre entscheidende Funktion.
Und in seltsamer Verkennung der Tatsachen
sehen sie in der Aufgabe des Souveräns
bloß ein Anhängsel zu den Pflichten des Kaufmanns."

Adam Smith

 

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