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30 Jahre theater
VIEL LÄRM UM NICHTS

 
   
Bejubelt!
Uraufführung 1. Oktober 2016 | 20 Uhr

Bis 3. Dezember
Jeweils DO, FR, SA | 20 Uhr
Keine Vorstellung am 1. Dezember

Die Menschenfabrik
Nach einer phantastischen Erzählung
von
Oskar Panizza

DER WANDERER
Andreas Mayer
DAS SCHWARZE MÄNNLEIN
Margrit Carls
DER KREATÖR
Ardhi Engl
DIE WERKMEISTERIN
Urte Gudian
DAS PRODUKT
Kathrin Knöpfle

Regie
Andreas Seyferth
Choreographie
Urte Gudian
Klang & Video
Ardhi Engl
Raum/Mitarbeit Video
Peter Schultze
Kostüm
Johannes Schrödl
Lichtdesign
Jo Hübner
Adaption
Margrit Carls
Flyer:
Martina Körner
Motiv:
Ardhi Engl

"Die Menschenfabrik"
erzählt die Geschichte eines Wanderers,
der ohne Plan und Kompass "mutterseelenallein dahintappt"
und schließlich "von der Dunkelheit überrascht" ein Nachtquartier sucht.
Kurz vor Mitternacht stößt er auf ein monströses Haus,
das an eine Industrieanlage erinnert.
Der stolze Betreiber (ein "schwarzes Männlein")
führt ihn herum; der fassungslose Besucher erfährt,
dass man hier Menschen fabriziere wie der Bäcker das Brot.
Man erfülle jeden Kundenwunsch,
ob er nun ein perfektes Äußeres betreffe
oder den Verzicht auf lästige Eigenschaften
wie selbständiges Denken oder eigenen Willen.
Auch die Kinder
werden nach Gusto "gebacken" - niedliche Wesen,
die auf ihrer jeweiligen Schöpfungs-Stufe verharren:
Entwicklung ist nicht vorgesehen.
Der neue Mensch hat stabil und vorhersagbar zu sein.

Zweitausendsechzehn:
George Orwells Big-Brother-Dystopie "1984" ist locker getoppt;
Aldous Huxleys schöne Welt der fröhlichen Ignoranz global umgesetzt;
und zu guter Letzt schickt sich das vermessene ("quantifizierte")
und optimierte Selbst an, per Verschmelzung
mit den High-Tech-Kreationen seiner Zeit unsterblich zu werden:
Von derlei konnte Panizza seinerzeit nicht einmal albträumen
(obwohl: wer weiß)
.
Und doch haben wir bei seinem hellsichtigen
"Dämmerungsstück" von 1890
(42 Jahre vor Huxleys "Schöne neue Welt",
inspiriert von Dichtern wie E.T.A. Hoffmann und Edgar Allan Poe)
all diese heutigen Phänomene vor Augen...

Genossen auf der spartenübergreifende Reise
in gruselig-groteske Gefilde sind die Stimm- und Bewegungskünstlerin
Urte Gudian sowie der Klang- und Videotüftler Ardhi Engl. Erstmals im Ensemble: Die Tänzerin und Performancekünstlerin Kathrin Knöpfle
und unser Wanderer Andreas Mayer.

WANDERER
Halt! - Noch eine Frage: Können Ihre Menschen denken?
MÄNNLEIN
Nein! Nein! Das haben wir glücklich abgeschafft!
WANDERER
Damit gewinnt Ihre Neuschöpfung für mich ganz außerordentlich. Ich kannte einen Menschen, der denken musste - ganz gegen seinen Willen! Und zwar Dinge, die nicht er, sondern die sein Kopf wollte; er musste seine Gedanken wider Willen akzeptieren, ich sage Ihnen: kompliziert...!
MÄNNLEIN
Kenn ich, kenn ich, weiß ich, wir sind vollständig orientiert über die Bedürfnisse dieses Jahrhunderts, wir wissen um die Mängel der Gattung Mensch, wir bieten die neuesten Lösungen!...

>>> Viel Spaß mit unserer Spielfassung...

"Ich bin kein Künstler, ich bin Psichopathe,
und benutze nur hie und da die künstlerische Form,
um mich zum Ausdruck zu bringen.
Ich will nur meine Seele offenbaren,
dieses jammernde Tier,
welches nach Hilfe schreit."

Oskar Panizza

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>>> Fotos

>>> Presse

"Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren;
es ist die Zeit der Monster."
Antonio Gramsci

"Das Problem ist der Mensch,
der in allen Facetten des Irrsinns hergestellt wird."
Sybille Berg