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31 Jahre theater
VIEL LÄRM UM NICHTS

 
   
Premiere 29. Dezember 2015 | 20 Uhr

Silvestervorstellung 20:00 Uhr
Ab 7. Januar bis 19. März
jeweils DO, FR, SA | 20 Uhr

Bettlers Oper
[THE BEGGAR 'S OPERA]
Ein prekäres Spektakel
von
John Gay (Text)
Johann Christoph Pepusch (Musik)

MACHEATH
Hannes Berg
BETTLERIN, MRS. PEACHUM, MRS. HEIDI
Maria Maschenka
PEACHUM, TRAUERWEIDEN-WALTER
Martin Cambeis
POLLY PEACHUM, HOSEN-ANGIE
Elisabeth Grünebach
LOCKIT, JOAQUINE VON BELLEVUE
Sven Schöcker
LUCY LOCKIT, HAUBITZEN-USCHI
Luise Weber/Maria Magdalena Rabl
FILCH, KRUMMFINGER-JACK
Marcus Tronsberg
PENUNZEN-WOLF
Kai Taschner

Regie
Andreas Seyferth
Musikalische Leitung
Kai Taschner &
Marcus Tronsberg

Bühne
Peter Schultze
Kostüm
Johannes Schrödl
Lichtdesign
Jo Hübner
Übersetzung / Fasssung
Margrit Carls
Flyer:
Martina Körner

Papa Peachum, Hehler, und Mama Peachum, Seele der Firma,
stellen fest, dass Töchterchen Polly
den Gangster Macheath geehelicht hat.
Sie entschließen sich, Macheath an den Galgen zu liefern.
Macheath tappt in die (Weiber-)Falle.
Im Gefängnis trifft er auf Knastchef Lockits Töchterchen Lucy,
die er geschwängert hat. Sie verhilft ihm zur Flucht
und Polly zu Gift - vergebene Liebesmüh.
Am Ende flehen zwei Mädels um Gnade für Macheath...

Eine barocke Räuberpistole

Sex & Crime & Rock 'n' Roll. Die Location: eine lupenreine Bananenrepublik. Spendensümpfe stinken gen Himmel, die Justiz ist weitgehend privatisiert. Zumindest wäre diesbezüglich von "PPP" (Public Private Partnership) zu sprechen. [Wir sind im Vereinigten Königreich, aber das spielt keine Rolle.] Der oberste Gangster kooperiert mit den Behörden in Sachen Verfolgung von Straftaten (und entledigt sich so elegant unliebsamer Konkurrenz wie auch ineffizienter Mitarbeiter). Die Firma "Mitgefühl und Anstand" meldet Insolvenz an und wird von der "Gesellschaft für Betrug und Heuchelei" (schrankenlos und frei von Haftung) liquidiert. Heilig ist allenfalls die Ganovenehre, doch wirklich Verlass ist nur auf ordentliche Buchführung: Notiert werden Menschen - Ankauf und Abstoß nach Maßgabe ihres Nutzens. Die Moral ist verrottet, aber das mit System. Die Möglichkeit zur gegenseitigen Vernichtung garantiert den Fortbestand lukrativer Partnerschaften. Und die Liebe ist eine Himmelsmacht, die die irdische erweitert (ansonsten eine affektive Fehlleistung aus längst vergangenen gefühls(du)seligen Zeiten).

Damit auch richtig Freude aufkommt,
haben alle stets ein pfiffiges Liedchen auf den Lippen:
Gays famoses Singspiel ist nämlich
nicht nur Gesellschafts- und Politsatire,
sondern auch Opernparodie.
Und am Ende ist alles gut...

Satirisch - Trashig - Unverwüstlich

Über die Jahrhunderte erwies sich THE BEGGAR 'S OPERA als Megahit - wie das Gesellschaftssystem, das Gay aufs Korn nimmt.
Nur dass die Fans der OPERA sich von den Fans des Systems
gemeinhin deutlich unterscheiden.
(Was nicht ausschließt,
dass die Herrschaften in den Logen
ihre Karikaturen auf der Bühne
mit Applaus bedenken...)

THE BEGGAR 'S OPERA wurde am 29. Januar 1728
am Lincoln's Inn Fields Theatre uraufgeführt -
nachdem andere Häuser dankend ablehnten
(Angst vor Misserfolg und Zensur)
und die Herzogin von Queensberry
eine Geldspritze in Aussicht stellte.
Die OPERA brachte es in der ersten Spielzeit
auf bis dato unvorstellbare 62 Aufführungen (üblich waren 5 bis 6).
Der Spruch der Stunde: THE BEGGAR 'S OPERA
habe Rich (Theaterleiter John Rich) gay und Gay rich gemacht...

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