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Stimmen zu Stück und Aufführung:
Probenbericht Süddeutsche Zeitung | 29.12.2017
Dieses Paris ist keine fabelhaft kitschige Amélie-Welt. Wenn das Theater »Viel Lärm um Nichts« Jean Giraudoux' »Die Irre von Chaillot inszeniert, dann wird die Seine-Stadt zur Kulisse eines prä- wie postapokaplytischen Märchens. Nur scherenschnitthaft passepartourieren dunkle Dachfassaden ein nächtliches Paris, das aber seltsam ortlos bleibt. Und die Figuren, die sich darin bewegen wie Nebelwanderer, haben ihre kleinen Weltuntergänge und zeitweise ihren Verstand auch schon hinter sich gelassen. Sie sind Wartende, die ihre Traurigkeit talentiert überschminken, wie Zirkusartisten, die schon lange vor leeren Rängen spielen. [...]  Wie von selbst schließt sich Giraudoux' Stoff mit der Gegenwart kurz, ohne dass sein merkwürdig wachtraumartiger Charakter dabei abhanden kommt... Margrit Carls spielte diese Gestalt, die wie ein delikat zerzauster Kanarienvogel direkt aus der Belle Époque geflogen kommt, völlig ohne Pathos. Sie gibt der Figur schwebende, poetische Momente, kann aber von jetzt auf gleich umschalten... Aurélie, deren Seele nach einer verlorenen Liebe so notbandagiert ist wie ihr Kostüm, ist Königin in einem Panoptikum skurriler Schaubuden-Figuren, die das Ensemble mit Wonne und Witz auf die Bühne bringt: Blumenmädchen, die japanischen Kampfsport pflegen, Taubstumme, Lumpensammler, Damen mit Bart, Sitter von längst verblichenen Hunden, unglückliche Bombenleger, Schnürsenkelverkäufer. Und der Kloakenreiniger, der könnte direkt aus dem Film »Delikatessen« aufgetaucht sein...
 
 
Melancholischer Abgesang zum Jahresende | theaterkritiken.com | 30.12.2017
 Es ist wieder einmal ein brandaktuelles Stück, von Margrit Carls übersetzt...  Eine wahre Revue an fantastischen Kostümen von Johannes Schrödl zog am Auge des Betrachters vorüber. Der Raum von Peter Schultze bot schier endlose Möglichkeiten, auf die Szene zu gelangen. Gespielt wurde selbst aus dem Publikum heraus und der finale Abstieg in die Unterwelt, höllisch rot illuminiert von Jo Hübner, war eine perfekte Illusion. Diese Inszenierung bewies einmal mehr, wie Theater Räume entgrenzen kann durch Licht und auch durch Klang (Kai Taschner). Geboten wurde bestes Ensembletheater, in dem jeder auch seinen „großen Auftritt“ hatte, denn schließlich handelte es sich um eine Vorlage von Jean Giraudoux, dem Großmeister der Sprachpoesie, dem Dompteur des Surrealen, dem vorzüglichen Menschenkenner. Gänzlich frei von billiger Ideologie und banalen Erziehungsversuchen, war der Premierenabend [...] voller praller, lebensbejahender Komik und auch voller märchenhafter Schönheit. Er war das Lächeln Giraudoux´ über das André Gide sagte: „Keine Macht der Welt, außer der Barbarei, vermag dem Lächeln Giraudoux´ zu widerstehen.“

Bilderstrotzende Wiederentdeckung | Münchner Abendzeitung | 2.1.2018
»Beim Betrachten der klug zurückgenommenen und doch bilderstrotzenden Produktion drängt sich bald die Frage auf, warum die »Irre« schon seit Jahrzehnten in der Versenkung verschwunden ist. Das Schauspiel [...] ist ein poetisch surrealer Kommentar zu den allzu realen Übergriffen von Banken und Großindustrie auf Anstand und individuelle Integrität. Seyferth muss keine Aktualität suchen, sondern sie lässt sich gar nicht vermeiden...«
 
Zuschauerstimmen:
»Danke für den starken Theaterabend gestern: Stück und Aufführung haben uns allesamt "angekratzt" und eingenommen...«
»Sie und Ihre Schauspielkollegen haben meinem Mann und mir gestern Nachmittag ein unvergessliches Erlebnis beschert. Sie selbst waren brillant in der Rolle der Aurélie – doch die ganze Truppe war einfach wunderbar. Und das Thema hochaktuell, kurz, ein gelungener Tag für uns und alle anderen, die daran teilhaben konnten...«
Bis 17. März 2018 | 20 Uhr
jeweils DO, FR, SA | 20 Uhr

Die Irre von Chaillot
Eine romantische Satire
von Jean Giraudoux

 

Arno Friedrich | Claudia Schmidt | Sven Schöcker
Melda Hazirci | Denis Fink | Mario Linder
Timo Alexander Wenzel | Margrit Carls

Regie Andreas Seyferth Assistenz Antonia Lange Raum Peter Schultze Kostüm Johannes Schrödl Klangdesign Kai Taschner Lichtdesign Jo Hübner
Übersetzung/Fassung Margrit Carls Flyer/Plakat Martina Körner

>>> Eintritt <<<
 
Karten:
089/829 290 79 (Di mit So 17:30 bis 20:30)

sowie unter
www.theaterviellaermumnichts.de
Wir bitten um Reservierung.
Vorverkauf über München Ticket, Tel.: 089/ 54 81 81 81

August-Exter-Str. 1
direkt am S-Bahnhof Pasing
S 3/4/6/8


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