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    Nur am 7., 8. + 9. Juni 2018 | 20 Uhr

    Georg Büchner
    Lenz
    Ein Schauspiel
    mit Christian Schaefer

    „Lenz“ ist eine berühmte Erzählung von Georg Büchner,
    die er über Goethes einstigen Freund und Rivalen schrieb,
    dem ein gänzlich anderes Schicksal bevorstand.

    Der Text nimmt die Zuschauer mit
    in die äußere und innere Welt des jungen Dichters Lenz,
    an die verschiedenen Schauplätze und zu den bedeutsamen Ereignissen,
    die von dem jungen Dichter Büchner erkundet und anrührend beschrieben wurden.

    „Den 20. ging Lenz durch’s Gebirg ...“, so beginnt es.
    Es sind die Vogesen, ein Mittelgebirge. Landschaft und Natur sind sehr schön.
    Aber er fühlt sich bedroht und unverstanden, ein andermal entzückt und dankbar.
    Ein Pfarrer nimmt ihn in Obhut. Was alles geschah,
    hat der Pfarrer in sein Tagebuch notiert.
    Georg Büchner schöpfte aus dieser Quelle.

    Die Geschichte öffnet Augen,
    sie weckt Mitgefühl und Interesse für einen Menschen,
    der von seiner Umwelt Geduld und Verständnis benötigt,
    und sie verführt zu Erinnerungen und Beobachtungen
    eigener Erlebnisse und Erfahrungen.
    Und es ist eine unheimlich tröstende „Flut der Bilder“
    und „Musik der Worte“.

    Karl Georg Büchner
    * 17. Oktober 1813 in Goddelau, Großherzogtum Hessen; † 19.
    Februar 1837 in Zürich war ein deutscher Schriftsteller, Mediziner,
    Naturwissenschaftler und Revolutionär.

    Er gilt trotz seines schmalen Werkes - er starb bereits im Alter von 23
    Jahren - als einer der bedeutendsten Literaten des Vormärz. Teile
    seines Werkes zählen zur Exilliteratur.

    Werke (Auswahl)
    Dantons Tod, 1835 (Drama)
    Lenz, 1835 (Erzählung)
    Leonce und Lena, 1836 (Lustspiel)
    Woyzeck, 1837 (Dramenfragment)

    Jakob Michael Reinhold Lenz
    * 12. Januar jul. / 23. Januar 1751 greg. in Seßwegen, Gouvernement
    Livland, Russisches Kaiserreich; † 24. Mai jul. / 4. Juni 1792 greg.
    in Moskau war ein deutsch-baltischer Schriftsteller des Sturm und Drang.

    Werke (Auswahl)
    Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung (Komödie), 1774
    Der neue Menoza oder Geschichte des cumbanischen Prinzen Tandi
    (Komödie), 1774
    Die Soldaten (Komödie), 1776

    Christian Schaefer
    * 30. April 1979 in Auhagen/Niedersachsen, deutscher Schauspieler,
    studierte von 2006 bis 2010 an der Hochschule für Schauspielkunst
    "Ernst Busch" Berlin. Dort spielte er im bat-Studiotheater u.a in
    „Verführbarkeit auf beiden Seiten“. Zudem trat er in Produktionen des
    Gefängnistheaters aufBruch auf, u.a. in „Wolokolamsker Chaussee“,
    „Penthesilea und Achill“. Von 2010 bis 2013 war er Ensemblemitglied
    des Theaters Baden-Baden. Hier spielte er u.a. in „Romeo und Julia“
    und „Madame Bovary“. In der Spielzeit 2014/15 war er am Theater tri-
    bühne in Stuttgart engagiert und wirkte u.a. in „Krach im Hause Gott“
    und „Geldreigen“ mit. Seit 2015 spielt er im theater 89, Berlin/
    Brandenburg u.a. in „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ und
    „Gutnachtgeschichte“ und „Hans-Sachs-Spiele“.

    An die Familie

    Februar 1834

    Aus Gießen nach Darmstadt

    Man nennt mich einen Spötter. Es ist wahr, ich lache oft, aber ich lache nicht
    darüber, wie Jemand ein Mensch, sondern nur darüber, daß er ein Mensch
    ist, wofür er ohnehin nichts kann, und lache dabei über mich selbst, der ich
    sein Schicksal teile. Die Leute nennen das Spott, sie vertragen es nicht, daß
    man sich als Narr produciert und sie dutzt; sie sind Verächter, Spötter und
    Hochmütige, weil sie die Narrheit nur außer sich suchen. Ich habe freilich
    noch eine Art von Spott, es ist aber nicht der der Verachtung, sondern der
    des Hasses. Der Haß ist so gut erlaubt als die Liebe, und ich hege ihn im
    vollsten Maße gegen die, welche verachten. Es ist deren eine große Zahl, die
    im Besitze einer lächerlichen Äußerlichkeit, die man Bildung, oder eines
    toten Krams, den man Gelehrsamkeit heißt, die große Masse ihrer Brüder
    ihrem verachtenden Egoismus opfern. (...)

    aus: Georg Büchner: Werke und Briefe.- Wiesbaden: Insel Verlag, 1958

    "Es ist die Schärfe seiner Fragen, die Georg Büchner von uns allen trennt: und das entschlossene Zögern mit Antworten. Er lässt kein entwaffnendes Argument aus: Es wurde ein Fehler gemacht, wie wir geschaffen wurden, es fehlt uns etwas, ich habe keinen Namen dafür, wir werden es uns einander nicht aus den Eingeweiden herauswühlen, was sollen wir uns drum die Leiber aufbrechen? Und bringt bestürzende Anträge ein: Wir müssen schreien - nichts dümmer als die Lippen zusammenzupressen, wenn einem was weh tut. Es war der Moment der Krise des bürgerlichen Vorwärtsdenkens angesichts der Gewalt und Schmerzen des Epochengangs. Niemand hat die Desillusionierung härter ausgesprochen; sie ist das radikale Salz, nachdem ein Welt und Mensch umfassender Sinn verdampft ist. Wir schmecken es, mit Wollust, als Kinder wieder eines Zeitenbruchs. (...)

    Die Messerschneide war an ein gewaltigeres Präparat gelegt: die Verhältnisse; das schmerzliche Rätsel, in dem Büchner spricht, sucht nach einer doppelten Lösung: der Mensch und die Gesellschaft. (...)

    aus „Die Verhältnisse zerbrechen“, Dankrede von Volker Braun,
    Georg-Büchner-Preis 2000

    Dauer: 70 Minuten

    >>> Eintritt

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